Zweiunddreißigster Arbeitstag
Was für ein Tag war das denn bitte.
Er fing ganz normal an.
Alles war okay. Keine Aufregungen. Kein Stress. Wunderbar.
Wir machten WDR4 an.
"Du kannst nicht immer Sieb-Zehn sein...."
"ohoooo selavi..."
Es kamen noch viele andere Bombenschlager.
Unsere Laune war super.
Aber dann schlug scheinbar der Blitz ein.
10 Uhr: Wir baten um eine Kontrolle der Paletten.
Nix passierte.
10.10 Uhr: Wir baten um eine Kontrolle der Paletten.
Nix passierte.
10.30: Jan ging in den Frühstücksraum und bat um eine Kontrolle.
Nix passierte.
Reaktion:" Wir machen gerade Pause. Wir kommen jetzt nicht."
Wir kochten vor Wut.
Um 10.45 Uhr sollen die Paletten fertig zum verladen sein.
10.50 Uhr: Ich ging zur NR1 EINE kleine Mini-Box Medikamente wegbringen.
10.51 Uhr: Es kamen Cytos für die NR1. Ich war natürlich schon weg.
--> Weil sich die Leute in der Apotheke absolut gar nicht absprechen, konnten wir dann zweimal gehn. Aber die Cytos sind ja sooooo wichtig. Deswegen stehen sie immer 2-3 Stunden ungeöffnet auf den Stationen rum
11 Uhr: Es wurde endlich ANGEFANGEN zu kontrollieren.
Jürgen, der Fahrer, hatte aber noch andere Touren und wollte unsere Sachen nicht mehr mitnehmen. Da er gesehen hatte, dass wir nicht Schuld waren, brachte er unsere Sachen dann um 11.15 Uhr doch nach unten zum Krankenhaus.
11.30 Uhr: Arbeitsbeginn eine gute halbe Stunde zu spät
12 Uhr: Abholung der OP-Lagerware
Da wir um 13 Uhr wieder oben sein müssen um die blauen Boxen zu laden, mussten wir spätestens um 12.30 mit der Pause beginnen, damit wir überhaupt noch eine Pause machen könnnen.
Es lief also alles ziemlich scheiße.
Wir konnten in der kurzen Zeit vor der Mittagspause nur eine Palette wegbringen und abladen.
Wir machten also anschließend Pause.
13 Uhr: Beladung des LKW mit blauen Boxen.
13.20 Uhr: Wir fahren runter zum Krankenhaus
Ab diesem Zeitpunkt wurde der Tag aber verwunderlicher Weise lustig.
Wir kamen unten an der Schleuse an.
In etwa 30 Metern Entfernung lag ein Mann auf dem Boden.
Er guckte sehr benommen. Bei ihm standen ein Paar Leute.
Wir fragten uns was da los sei.
Ich:" Ich glaub der macht Pause oder so."
Martin:" Momentmal. Da liegt Glas. Der wird doch nicht....."
Ich:" Ach du scheiße."
Jan:" Wooo. Wie krass ist das denn."
Der Typ namens Knut ist aus ca. 5 Metern höhe durch eine Glasüberdachung gefallen.
Nun lag er da auf dem Boden. Er lebte noch. Er selber war sich glaube ich aber nicht so sicher, dass er noch lebte. Das muss ein Sturz gewesen sein. Vom feinsten.
Nun kommt eine Schilderung wie der Sturz höchstwahrscheinlich(!!!) von statten gegangen ist.
Knut balancierte auf der Glasüberdachung um eine dahinter liegende Wand zu streichen. Knut ist Maler. Als Knut fertig war, freute er sich sehr.
Er fing an zu tanzen und zu singen.
"Baby, jump on it, jump on it, on it, on it."
Er machte diese Schlangenbewegung, die Spackos beim Tanzen machen, immitierte tanzend einen Roboter und machte anschließend einen Moonwalk a la Michael Jackson.
Dann hat er Bautz gemacht (<-- Babysprache : bedeutet soviel wie "ist hingefallen") Hattabautzemacht, aus 5 Metern höhe. Free Fall Knut. Er hat einen Legdrop gemacht. Sprung vom 5-Meter Turm ohne Wasser. Knut hat sich einfach mal in einer Sekunde dem Erdmittelpunkt um 5 Meter genähert. Pschiiiiiuuuu (Geräusch des Fluges) Plaaaatsch (Geräusch beim Auftreffen. Wir arbeiten ja in einem KRANKENHAUS, wie der aufmerksame Leser weiss. Knut wurde ca. 20 Minuten später abgeholt. Also wenn einem was passiert, ist man hier nicht soooo gut aufgehoben. ---> Niemals verletzen.
Wir spulten unsere Arbeit ab. Wir stellten verschiedene Szenarien auf, wie es Knut passiert sein könnte. Die mit dem tanzenden Knut ist mir jedoch die logischste Variante.
Auf der NR2 kam uns ein singender Mann entgegen.
Jan: "Sie können aber schön singen."
Der Mann kam auf Jan zu. Er stoppte ca. 20 cm vor Jans Gesicht. Ich dachte Jan wird nun ordentlich zusammen geschlagen. Man sah es Jan an, dass er das gleiche dachte.
Mann:" Jo, ich war früher Tenor."
Puhhh, durchatmen.
Auf der INT1 erzählten wir die Geschichte mit dem fallenden Knut.
Schwester:" Sowas ist ja wohl nicht lustig."
Pfleger:" Doch, ich finde sowas sogar sehr lustig."
Da war die Schwester ein bischen angepisst.
Ich konnte nicht mehr vor lachen.
Obwohl der Tag sehr stressig war und der Spaß lange Zeit auf der Strecke blieb, muss ich sagen dass wir heute sehr viel gelacht haben.
ABER seitdem der Chef weg ist läuft alles scheiße.
Die dumme Vize-Cheffin ist echt inkompetent und unfähig.
Bitte lieber Ed, komm zurück zu deinen Zivis. Bitteeee!!!!
Frau K. am Ende des Tages:" Sie sehen aber fertig aus."
Jan:" Da die Kontrolle erst so spät kam, hat sich alles total verschoben und es hat nix mehr gepasst."
Frau K.:" Dann müssen sie eher um die Kontrolle bitten."
Morgen bitten wir dann um kurz nach 8 um die Kontrolle. Dann sind wir auch um halb 11 fertig.
Nachtrag zum Tage:
Als wir Sachen in den OP brachten kamen aus dem Operationssaal ein paar Leute.
Anfangs dachte ich es wären 2 Leute.
Insgesamt 15 oder so.
Aber es kamen immer mehr und immer mehr.
Alle Menschen die aus diesem Raum kamen, hatten komplett grüne Anzüge an. Grüne Mützen. Man konnte nur das Gesicht sehen.
Wir standen nun da. Liessen sie vorbei. Lachten über den Entenmarsch, den sie vollführten.
Dann passierte etwas sehr komischen.
Jan:" Hallo Jörg, Guten Tag Michael, Hi Stefanie, Hi Ulf, schön dich zu sehn, Guten Tag Jochen, du alter Knochen, Hi Stefan........."
Ich kapierte nicht was Jan da machte.
Er begrüßte alle mit dem Vornamen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Woher kennt Jan nur all diese Leute??? Die Reihe setzte sich fort. Bei der letzten Person löste sich das Rätstel auf.
Alle trugen ein Namensschild an der Vorderseite. Jan, der Fuchs, konnte das Schild sehen. Aus meiner Perspektive war es leider verdeckt.
Die Blicke der Menschen, die da heraus kamen waren der Hammer.
Auch sie verstanden wohl die Welt nicht mehr
Bis morgen.
Er fing ganz normal an.
Alles war okay. Keine Aufregungen. Kein Stress. Wunderbar.
Wir machten WDR4 an.
"Du kannst nicht immer Sieb-Zehn sein...."
"ohoooo selavi..."
Es kamen noch viele andere Bombenschlager.
Unsere Laune war super.
Aber dann schlug scheinbar der Blitz ein.
10 Uhr: Wir baten um eine Kontrolle der Paletten.
Nix passierte.
10.10 Uhr: Wir baten um eine Kontrolle der Paletten.
Nix passierte.
10.30: Jan ging in den Frühstücksraum und bat um eine Kontrolle.
Nix passierte.
Reaktion:" Wir machen gerade Pause. Wir kommen jetzt nicht."
Wir kochten vor Wut.
Um 10.45 Uhr sollen die Paletten fertig zum verladen sein.
10.50 Uhr: Ich ging zur NR1 EINE kleine Mini-Box Medikamente wegbringen.
10.51 Uhr: Es kamen Cytos für die NR1. Ich war natürlich schon weg.
--> Weil sich die Leute in der Apotheke absolut gar nicht absprechen, konnten wir dann zweimal gehn. Aber die Cytos sind ja sooooo wichtig. Deswegen stehen sie immer 2-3 Stunden ungeöffnet auf den Stationen rum
11 Uhr: Es wurde endlich ANGEFANGEN zu kontrollieren.
Jürgen, der Fahrer, hatte aber noch andere Touren und wollte unsere Sachen nicht mehr mitnehmen. Da er gesehen hatte, dass wir nicht Schuld waren, brachte er unsere Sachen dann um 11.15 Uhr doch nach unten zum Krankenhaus.
11.30 Uhr: Arbeitsbeginn eine gute halbe Stunde zu spät
12 Uhr: Abholung der OP-Lagerware
Da wir um 13 Uhr wieder oben sein müssen um die blauen Boxen zu laden, mussten wir spätestens um 12.30 mit der Pause beginnen, damit wir überhaupt noch eine Pause machen könnnen.
Es lief also alles ziemlich scheiße.
Wir konnten in der kurzen Zeit vor der Mittagspause nur eine Palette wegbringen und abladen.
Wir machten also anschließend Pause.
13 Uhr: Beladung des LKW mit blauen Boxen.
13.20 Uhr: Wir fahren runter zum Krankenhaus
Ab diesem Zeitpunkt wurde der Tag aber verwunderlicher Weise lustig.
Wir kamen unten an der Schleuse an.
In etwa 30 Metern Entfernung lag ein Mann auf dem Boden.
Er guckte sehr benommen. Bei ihm standen ein Paar Leute.
Wir fragten uns was da los sei.
Ich:" Ich glaub der macht Pause oder so."
Martin:" Momentmal. Da liegt Glas. Der wird doch nicht....."
Ich:" Ach du scheiße."
Jan:" Wooo. Wie krass ist das denn."
Der Typ namens Knut ist aus ca. 5 Metern höhe durch eine Glasüberdachung gefallen.
Nun lag er da auf dem Boden. Er lebte noch. Er selber war sich glaube ich aber nicht so sicher, dass er noch lebte. Das muss ein Sturz gewesen sein. Vom feinsten.
Nun kommt eine Schilderung wie der Sturz höchstwahrscheinlich(!!!) von statten gegangen ist.
Knut balancierte auf der Glasüberdachung um eine dahinter liegende Wand zu streichen. Knut ist Maler. Als Knut fertig war, freute er sich sehr.
Er fing an zu tanzen und zu singen.
"Baby, jump on it, jump on it, on it, on it."
Er machte diese Schlangenbewegung, die Spackos beim Tanzen machen, immitierte tanzend einen Roboter und machte anschließend einen Moonwalk a la Michael Jackson.
Dann hat er Bautz gemacht (<-- Babysprache : bedeutet soviel wie "ist hingefallen") Hattabautzemacht, aus 5 Metern höhe. Free Fall Knut. Er hat einen Legdrop gemacht. Sprung vom 5-Meter Turm ohne Wasser. Knut hat sich einfach mal in einer Sekunde dem Erdmittelpunkt um 5 Meter genähert. Pschiiiiiuuuu (Geräusch des Fluges) Plaaaatsch (Geräusch beim Auftreffen. Wir arbeiten ja in einem KRANKENHAUS, wie der aufmerksame Leser weiss. Knut wurde ca. 20 Minuten später abgeholt. Also wenn einem was passiert, ist man hier nicht soooo gut aufgehoben. ---> Niemals verletzen.
Wir spulten unsere Arbeit ab. Wir stellten verschiedene Szenarien auf, wie es Knut passiert sein könnte. Die mit dem tanzenden Knut ist mir jedoch die logischste Variante.
Auf der NR2 kam uns ein singender Mann entgegen.
Jan: "Sie können aber schön singen."
Der Mann kam auf Jan zu. Er stoppte ca. 20 cm vor Jans Gesicht. Ich dachte Jan wird nun ordentlich zusammen geschlagen. Man sah es Jan an, dass er das gleiche dachte.
Mann:" Jo, ich war früher Tenor."
Puhhh, durchatmen.
Auf der INT1 erzählten wir die Geschichte mit dem fallenden Knut.
Schwester:" Sowas ist ja wohl nicht lustig."
Pfleger:" Doch, ich finde sowas sogar sehr lustig."
Da war die Schwester ein bischen angepisst.
Ich konnte nicht mehr vor lachen.
Obwohl der Tag sehr stressig war und der Spaß lange Zeit auf der Strecke blieb, muss ich sagen dass wir heute sehr viel gelacht haben.
ABER seitdem der Chef weg ist läuft alles scheiße.
Die dumme Vize-Cheffin ist echt inkompetent und unfähig.
Bitte lieber Ed, komm zurück zu deinen Zivis. Bitteeee!!!!
Frau K. am Ende des Tages:" Sie sehen aber fertig aus."
Jan:" Da die Kontrolle erst so spät kam, hat sich alles total verschoben und es hat nix mehr gepasst."
Frau K.:" Dann müssen sie eher um die Kontrolle bitten."
Morgen bitten wir dann um kurz nach 8 um die Kontrolle. Dann sind wir auch um halb 11 fertig.
Nachtrag zum Tage:
Als wir Sachen in den OP brachten kamen aus dem Operationssaal ein paar Leute.
Anfangs dachte ich es wären 2 Leute.
Insgesamt 15 oder so.
Aber es kamen immer mehr und immer mehr.
Alle Menschen die aus diesem Raum kamen, hatten komplett grüne Anzüge an. Grüne Mützen. Man konnte nur das Gesicht sehen.
Wir standen nun da. Liessen sie vorbei. Lachten über den Entenmarsch, den sie vollführten.
Dann passierte etwas sehr komischen.
Jan:" Hallo Jörg, Guten Tag Michael, Hi Stefanie, Hi Ulf, schön dich zu sehn, Guten Tag Jochen, du alter Knochen, Hi Stefan........."
Ich kapierte nicht was Jan da machte.
Er begrüßte alle mit dem Vornamen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Woher kennt Jan nur all diese Leute??? Die Reihe setzte sich fort. Bei der letzten Person löste sich das Rätstel auf.
Alle trugen ein Namensschild an der Vorderseite. Jan, der Fuchs, konnte das Schild sehen. Aus meiner Perspektive war es leider verdeckt.
Die Blicke der Menschen, die da heraus kamen waren der Hammer.
Auch sie verstanden wohl die Welt nicht mehr
Bis morgen.

1 Comments:
Wahre Geschichte zu Knut:
Knut ist Helfer des Hausmeisters. Die Glasüberdachung war defekt, sie hatte in einem Fenster ein Riss. Der Hausmeister stieg auf das Glasdach. War dabie klug genug, nicht auf das dünne Glas zu treten sondern auf die Metallstreben. Knut hatte lediglich die Aufgabe, einen Eimer zu halten. Dies schien ihn stark zu unterfordern, so dass er sich dazu entschloss, ebenso auf die Glasüberdachung in 5 Metern höhe zu steigen.
1. Fehler von Knut:
Er benutze zum laufen NICHT die Metallstreben auf denen die glasplatten liegen, sondern das Glas selber.
2. Fehler von Knut:
Er mißachtete ebenfall NICHT auf das defekte, gerissen und auszuwechselnde Glas (darum waren die beiden ja da) zu treten.
Insbesondere Fehler 2 brach, Gott sei dank NICHT wortwörtlich, Knut das Genick...
Er saß aber ziemlich lustig in den ganzen Scherben. Er erinnerte mich an die Muppet-Show Puppen, die auf tischen sitzen und die beine so gerade nach vorne haben. Ich dachte, Menschen könnten so nicht sirtzen, aber nach einem Sturz auf 5 Metern durch Glas scheint dies kein Problem mehr darzustellen ;)
R.I.P. ... ähm ... gute Besserung Knut!
By
Jan, at 6:38 PM
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